Was viele KonsumentInnen erstaunt: Warum findet man in den meisten Läden keine MUKA-Milch?

18. August 2026

Bei den KonsumentInnen stösst die Mutter-Kalb-Haltung auf sehr grosse Zustimmung. Doch beim Einkauf fehlen MUKA-Milchprodukte meist im Regal. Warum ist das so und gibt es einen Ausweg?

Mutter-Kalb-Idylle: Warum ist dies nicht das normale Bild in der Milchproduktion? © Bernhard Trachsel
Ein seltenes Bild: Kühe, die gemolken werden UND ihr Kälbchen behalten dürfen. © Bernhard Trachsel

Seitens der KonsumentInnen zeigen Umfragen immer wieder, dass die Mutter-Kalb-Haltung (MUKA) auf sehr grosse Zustimmung stösst. Die grosse Mehrheit ist dafür, dass die Milchkuh ihr Kälbchen behalten darf. In einer Studie vom deutschen Thünen-Institut aus dem Jahr 2021 lehnten 75% der direkt im Laden befragten KonsumentInnen die frühe Trennung von Mutter und Kalb ab.

Es scheint intuitiv einleuchtend zu sein, dass ein Säugetier und sein Junges zusammengehören. Dies erstaunt nicht: Schaut man sich Bilder von Milchkühen mit ihren Kälbchen an, ist die Nestwärme offensichtlich.

Der kleine Ben geniesst die Nestwärme bei seiner Mutter sichtlich. © Cowpassion

In der Branche wird häufig argumentiert, es gäbe zu wenig KonsumentInnen, welche bereit wären, den erforderlichen Preis für die etwas teurere Mutter-Kalb-Haltung zu bezahlen. Doch auch hier sprechen die Zahlen für die Mutter-Kalb-Haltung: In einer Umfrage von Tamedia aus dem Jahr 2024 mit über 1500 Teilnehmenden aus der Deutschschweiz gaben 95% an, dass sie mehr bezahlen würden für einen Liter Milch aus Mutter-Kalb-Haltung.

Umsomehr haben wir uns im Verein Cowpassion immer wieder die Frage gestellt, warum die gemeinsame Haltung von Mutter und Kalb heute noch die ganz grosse Ausnahme darstellt. Und wir sind zum folgenden Schluss gekommen: Da in den meisten Läden noch keine MUKA-Milchprodukte erhältlich sind, haben die KonsumentInnen gar nicht die Wahl, die Mutter-Kalb-Haltung mit ihrem Einkauf zu unterstützen. Wer Milch, Joghurt oder Käse einkaufen will, hat in den allermeisten Läden keine Möglichkeit, MUKA-Milchprodukte zu kaufen.

Viele Ladenbesitzer wissen schlichtweg nicht, dass in ihrer Region eine Nachfrage nach Milchprodukten aus Mutter-Kalb-Haltung besteht. Die MUKA-Nachfrage ist zwar gemäss den oben erwähnten Umfragen da, aber im Alltag noch nicht sichtbar.

Schlüsselelement für die Verbreitung von MUKA: Die Nachfrage muss sichtbar werden. © Cowpassion

Nachfrage-Karte: Setze ein Zeichen für deine Region

Wir möchten, dass es für KonsumentInnen leichter wird, MUKA-Milchprodukte im Laden zu finden und mit dem Kauf die gemeinsame Haltung von Mutter und Kalb zu unterstützen.

Um die Nachfrage und Unterstützung der KonsumentInnen für die gemeinsame Haltung von Mutter und Kalb sichtbar zu machen, hat unser Verein Cowpassion die Nachfrage-Karte lanciert.

Ein Eintrag auf der Karte erfordert lediglich Vorname und Postleitzahl. Mit zwei Klicks setzt du ein Zeichen für die gemeinsame Haltung von Milchkuh und Kälbchen.

Sobald genug Einträge in einer Region vorhanden sind, können wir Läden, Gastrobetriebe und Verarbeiter damit ermutigen, Cowpassion-Produkte aus Mutter-Kalb-Haltung ins Sortiment aufzunehmen. Damit die KonsumentInnen effektiv wählen können, welche Produktionsform sie mit ihrem Einkauf unterstützen wollen.

Setz ein Zeichen für mehr Mutter-Kalb-Haltung in deiner Region!