Was viele KonsumentInnen erstaunt: Warum ist MUKA heute die Ausnahme in der Milchproduktion?

18. August 2026

Von den rund 17'000 Milchbetrieben der Schweiz dürfen die Milchkühe auf weniger als 30 Höfen ihr Kälbchen behalten. Der Anteil Mutter-Kalb-Haltung liegt somit im Promillebereich. Warum ist die einst normale Form der Milchproduktion heute so selten anzutreffen?

Mutter-Kalb-Idylle: Warum ist dies nicht das normale Bild in der Milchproduktion? © Bernhard Trachsel
Ein seltenes Bild: Kühe, die gemolken werden UND ihr Kälbchen behalten dürfen. © Bernhard Trachsel

Wie so oft liegt ein wesentlicher Faktor beim Geld: Die Wirtschaftlichkeit der MUKA-Haltung ist bei gleichem Milchpreis tiefer als bei Milchproduktion mit sofortiger Trennung von Mutter und Kalb. Der Grund liegt darin, dass auf dem Geburtsbetrieb der Kälber weniger Milch verkauft werden kann, wenn alle Kälber bei der Mutter und damit auf dem Hof bleiben1. Bei der sofortigen Trennung von Mutter und Kalb folgt oftmals nach 21 Tagen der Abtransport der Kälber auf einen Mastbetrieb. Ab diesem Zeitpunkt steht dem Geburtsbetrieb alle Milch zum Verkauf zur Verfügung, währenddem auf dem MUKA-Betrieb ein grosser Anteil der Milch für die Aufzucht der Kälber benötigt wird.

Nebst finanziellen Nachteilen war lange Zeit auch die rechtliche Situation in der Schweiz unklar. MUKA galt wegen einem falsch ausgelegten Gesetzesartikel lange Zeit als verboten. Erst im Jahr 2020 wurde die Mutter-Kalb-Haltung auch in der Schweiz offiziell legalisiert.

Seitens der KonsumentInnen zeigen Umfragen immer wieder, dass die Mutter-Kalb-Haltung auf sehr grosse Zustimmung stösst – oder besser gesagt, stossen würde. Denn da in den meisten Läden noch keine MUKA-Produkte erhältlich sind, kann die potenzielle Nachfrage dort noch nichts bewirken. Viele Ladenbesitzer wissen schlichtweg nicht, dass in ihrer Region eine Nachfrage nach Milchprodukten aus Mutter-Kalb-Haltung besteht. Die MUKA-Nachfrage ist noch nicht sichtbar.

Schlüsselelement für die Verbreitung von MUKA: Die Nachfrage muss sichtbar werden. © Cowpassion

Nachfrage-Karte: Setze ein Zeichen für deine Region

Um die Unterstützung der KonsumentInnen für die gemeinsame Haltung von Mutter und Kalb sichtbar zu machen, hat unser Verein Cowpassion eine Nachfrage-Karte lanciert.

Ein Eintrag auf der Karte erfordert lediglich Vorname und Postleitzahl. Mit zwei Klicks setzt du ein Zeichen für die gemeinsame Haltung von Milchkuh und Kälbchen.

Sobald genug Einträge in einer Region vorhanden sind, können wir Läden, Gastrobetriebe und Verarbeiter damit ermutigen, Cowpassion-Produkte aus Mutter-Kalb-Haltung ins Sortiment aufzunehmen.

Setz ein Zeichen für mehr Mutter-Kalb-Haltung in deiner Region!

  1. Aktuell (2026) erfolgt kein Ausgleich durch den Staat, es gibt keine Subventionen für die MUKA-Haltung.  ↩︎