Was viele KonsumentInnen erstaunt: Warum findet man keine MUKA-Milch in den meisten Läden?

18. August 2026

Von den rund 17'000 Milchbetrieben der Schweiz dürfen die Milchkühe auf weniger als 30 Höfen ihr Kälbchen behalten. Der Anteil Mutter-Kalb-Haltung liegt somit im Promillebereich. Warum ist die einst normale Form der Milchproduktion heute so selten anzutreffen?

Mutter-Kalb-Idylle: Warum ist dies nicht das normale Bild in der Milchproduktion? © Bernhard Trachsel
Ein seltenes Bild: Kühe, die gemolken werden UND ihr Kälbchen behalten dürfen. © Bernhard Trachsel

Seitens der KonsumentInnen zeigen Umfragen immer wieder, dass die Mutter-Kalb-Haltung (MUKA) auf sehr grosse Zustimmung stösst. Die grosse Mehrheit ist dafür, dass die Milchkuh ihr Kälbchen behalten darf. Es scheint intuitiv einleuchtend zu sein, dass ein Säugetier und sein Junges zusammengehören. Dies erstaunt nicht: Schaut man sich Bilder von Milchkühen mit ihren Kälbchen an, ist die Nestwärme offensichtlich.

In der Branche wird häufig argumentiert, es gäbe zu wenig KonsumentInnen, welche bereit wären, den erforderlichen Preis für die etwas teurere Mutter-Kalb-Haltung zu bezahlen. Doch auch hier sprechen die Zahlen für die Mutter-Kalb-Haltung: In einer Umfrage vom Tagesanzeiger aus dem Jahr 2024 mit über 1500 Teilnehmenden gaben 95% an, dass sie mehr bezahlen würden für einen Liter Milch aus Mutter-Kalb-Haltung.

Umsomehr haben wir uns im Verein Cowpassion immer wieder die Frage gestellt, warum die gemeinsame Haltung von Mutter und Kalb heute noch die ganz grosse Ausnahme darstellt. Und wir sind zum folgenden Schluss gekommen: Da in den meisten Läden noch keine MUKA-Milchprodukte erhältlich sind, haben die KonsumentInnen gar nicht die Wahl, die Mutter-Kalb-Haltung mit ihrem Einkauf zu unterstützen.

Viele Ladenbesitzer wissen schlichtweg nicht, dass in ihrer Region eine Nachfrage nach Milchprodukten aus Mutter-Kalb-Haltung besteht. Die MUKA-Nachfrage ist zwar theoretisch vorhanden, aber noch nicht sichtbar.

Schlüsselelement für die Verbreitung von MUKA: Die Nachfrage muss sichtbar werden. © Cowpassion

Nachfrage-Karte: Setze ein Zeichen für deine Region

Um die Unterstützung der KonsumentInnen für die gemeinsame Haltung von Mutter und Kalb sichtbar zu machen, hat unser Verein Cowpassion eine Nachfrage-Karte lanciert.

Ein Eintrag auf der Karte erfordert lediglich Vorname und Postleitzahl. Mit zwei Klicks setzt du ein Zeichen für die gemeinsame Haltung von Milchkuh und Kälbchen.

Sobald genug Einträge in einer Region vorhanden sind, können wir Läden, Gastrobetriebe und Verarbeiter damit ermutigen, Cowpassion-Produkte aus Mutter-Kalb-Haltung ins Sortiment aufzunehmen. Damit die KonsumentInnen effektiv wählen können, welche Produktionsform sie mit ihrem Einkauf unterstützen wollen.

Setz ein Zeichen für mehr Mutter-Kalb-Haltung in deiner Region!